Mit einer bis ins Jahr 1639 zurückreichenden Geschichte verbindet der Universitätsverlag Wagner wissenschaftliche Verlagstradition mit modernen Publikationsformen wie E-Books, Open Access und barrierefreien digitalen Ausgaben. Seit 2010 gehört der Verlag zur Studienverlags-Gruppe.
Verlagsgeschichte
Der Universitätsverlag Wagner ist ein österreichischer Wissenschaftsverlag mit Sitz in Innsbruck und zählt zu den ältesten Verlagen im deutschsprachigen Raum. Seine Geschichte reicht bis in das Jahr 1639 zurück, als der aus dem bayerischen Deubach stammende Buchdrucker Michael Wagner durch die Heirat mit der Witwe des Innsbrucker Buchdruckers Hanns Gäch dessen Betrieb übernahm. Zwei Monate später erhielt Wagner von der Tiroler Landesfürstin Claudia de’ Medici die Genehmigung zur Ausübung des Buchdruckergewerbes. Mit dem Erwerb der Innsbrucker Hofdruckerei im Jahr 1667 wurde Michael Wagner Hofbuchdrucker und vereinte zeitweise die beiden bedeutendsten Druckereien Innsbrucks.
Über mehr als zwei Jahrhunderte blieb das Unternehmen im Besitz der Familie Wagner. 1801 nahm Michael Alois Wagner seinen Schwager Casimir Schumacher als Gesellschafter auf, der den Betrieb nach Wagners Tod als „k.k. Hof-, Landschafts- und Buchdruckerei“ weiterführte und von 1807 bis 1809 das Amt des Bürgermeisters der Stadt Innsbruck bekleidete.
1916 wurden Verlag und Druckerei von Eckart von Schumacher, Urenkel Casimirs, an das Verlagshaus Reinhold Kiesel verkauft. Verlag und Druckerei blieben noch fünf Jahre lang miteinander verbunden. Der Wagner’sche Universitätsverlag wurde als Gesellschaft mit beschränkter Haftung handelsrechtlich eingetragen und 1921 an Dr. Wieser, Dr. F. F. Grebmer zu Wolfsthurn und Günther von Grothe verkauft.
In der Zwischenkriegszeit und insbesondere nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 und während des Zweiten Weltkriegs sahen sich die wechselnden Gesellschafter vor schwere Aufgaben gestellt. 1944/45 wurde das gesamte Archiv durch Fliegerbomben vernichtet und auch ein großer Teil der wissenschaftlichen Werke zerstört. Bereits 1935 war der Direktor und spätere Kommerzialrat Josef Rubner (1898–1966) erstmals zum Geschäftsführer der Universitätsverlags Wagner Ges.m.b.H. bestellt worden. Bis zu seinem Tod 1966 hatte Rubner die Verlagsleitung inne. Ihm folgte bis 1975 der Gesellschafter Dr. Josef Müller aus München, Staatsminister a.D. (1898–1978), in der Geschäftsführung.
1975 übernahm die Druckereifamilie Grasl aus Bad Vöslau den Universitätsverlag Wagner und führte ihn über 35 Jahre weiter. Seit dem 23. Dezember 2010 gehört der Universitätsverlag Wagner zur Studienverlags-Gruppe und wird als wissenschaftlicher Verlag mit seinem traditionsreichen Profil fortgeführt. Die verlegerische Leitung liegt bei Markus Hatzer.
Zur Studienverlags-Gruppe gehören neben dem Universitätsverlag Wagner der Studienverlag, der Löwenzahn Verlag, der Skarabaeus Verlag, der Michael Wagner Verlag sowie der Haymon Verlag. Gemeinsam decken die Verlage ein breites Spektrum wissenschaftlicher, kultureller und literarischer Themen ab und tragen zur Vermittlung aktueller Forschung und hochwertiger Literatur im deutschsprachigen Raum bei.
Ein Team von rund 10 Mitarbeiter*innen betreut im Jahr etwa 50 Neuerscheinungen. Der persönliche Austausch und individuelle Anforderungen von Autor*innen und Herausgebenden stehen hierbei im Fokus.
Verlagsprogramm
Der Universitätsverlag Wagner veröffentlicht wissenschaftliche Publikationen aus den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Das Programm umfasst Monografien, Sammelbände, wissenschaftliche Schriftenreihen und Fachpublikationen mit Schwerpunkten in den Bereichen Tirolensien, Regionalgeschichte, Geschichte, Kulturwissenschaft sowie universitäre Forschung. Der Verlag arbeitet mit Universitäten, Forschungseinrichtungen, Archiven, Museen und kulturellen Institutionen im deutschsprachigen Raum zusammen.
Open Access und digitale Publikationen
Neben klassischen Printausgaben erscheinen zahlreiche Titel auch als E-Books. Ausgewählte Publikationen werden im Open Access veröffentlicht und stehen damit weltweit frei zugänglich zur Verfügung. Darüber hinaus bietet der Verlag barrierefreie PDF-Ausgaben an und stellt digitale Publikationen unter anderem über die Plattform Inlibra (Deutschlands größte Plattform für digitale Fachinformationen) bereit. Über Inlibra werden digitale Publikationen Bibliotheken, Hochschulen sowie institutionellen und privaten Nutzerinnen und Nutzern zum Download bereitgestellt.
Open Access
Der Universitätsverlag Wagner bietet verschiedene Publikationsmodelle an, darunter auch Open Access. Wissenschaftliche Bücher und Sammelbände können frei zugänglich veröffentlicht werden und stehen damit Forschenden, Studierenden und der interessierten Öffentlichkeit weltweit dauerhaft digital zur Verfügung. Über die Plattform Inlibra können die Publikationen zum kostenfreien Download von institutionellen und privaten Kund*innen bezogen werden.


