Biografie der ersten Zeitungsredakteurin Vorarlbergs
Vorarlbergs erste Zeitungsredakteurin Ida Bammert-Ulmer war Pionierin, Abenteurerin und überzeugte Nationalsozialistin. Ab 1933 engagierte sich die gebürtige Dornbirnerin
in der illegalen NSDAP, was 1934 zu ihrer Verhaftung und Ausweisung aus Österreich führte. Bammert-Ulmer ließ sich in Augsburg nieder, wo sie für die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt als Pressereferentin eine neue Aufgabe fand und die schweren Bombardierungen miterlebte. Über Umwege kam Bammert-Ulmer 1945 zurück nach Dornbirn. Ihre Nachkriegsbiografie ist ein Musterbeispiel für den Umgang mit der NS-Zeit durch die Vorarlberger Gesellschaft: von der Tradierung rassistischer und völkischer Ideen in Zeitungsartikeln über ihre kurze Karriere im VdU bis zur Rückkehr in die „Mitte der Gesellschaft“ als anerkannte Journalistin. Ida Bammert-Ulmers Leben war sowohl außergewöhnlich als auch beispielhaft für das Leben Vorarlberger Frauen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein Leben enger gesellschaftlicher Konventionen, die zu überwinden gar nicht so einfach war.



