18 Artikel, 18 Mal genau hinsehen: Das Wissenschaftliche Jahrbuch 2025/26 der Tiroler
Landesmuseen führt von der Spätbronzezeit bis in die Gegenwart und zeigt, wie aus
einzelnen Objekten, Funden und Quellen neue Forschungsthemen und Geschichten
entstehen. Archäologische Untersuchungen widmen sich einem spätbronzezeitlichen
Gräberfeld in Angath, dem langobardischen „Fürstengrab“ bei Trient oder einer
römischen Mänade aus St. Andrä bei Brixen, deren Edelsteine von weitreichenden
Handelsbeziehungen bis nach Indien erzählen.
In der Kunstgeschichte reicht das Spektrum von mittelalterlichen Reliquiaren
in Matrei in Osttirol und einer silbernen Pietà aus dem Umfeld des Künstlers
Guglielmo della Porta über die Barockzeichnungen Josef Kremers, Egon Schieles
Tiroler Landschaften und Alfons Waldes „Auracher Kirchl“ bis zum Achenseekraftwerk
und seinem Architekten Siegfried Mazagg. Restauratorische und naturwissenschaftliche
Analysen fragen zugleich nach den Ursachen einer instabilen Malschicht bei einem Gemälde von Rudolf Wacker und nach dem Erhaltungszustand historischer Glasmalereien aus den Sammlungen der Landesmuseen.
Historische Beiträge verfolgen den gesellschaftlichen Aufstieg der Tiroler Familie
Burglechner, erzählen vom langjährigen Portier des Ferdinandeums, erschließen
den Nachlass des Salonorchester-Kapellmeisters Willy Walter, untersuchen
die „Heimatfotografie“ der Osttiroler Familie Schneeberger und spannen einen
Bogen durch die Kulturgeschichte des Sports. Den Abschluss bilden Einblicke
in die heimische Eulenwelt und in die Erforschung von Schimmelpilzbefall auf
Pflanzenfossilien aus dem Depot.
So entsteht ein Panorama musealer Forschung, in dem Archäologie, Kunstgeschichte,
(Kultur-)Geschichte und Naturwissenschaften zeigen, wie eng Sammeln, Bewahren,
Erschließen und Forschen miteinander verbunden sind.



