Erste umfassende Monografie zum Arbeitserziehungslager Innsbruck–Reichenau
Horst Schreiber legt erstmals die Geschichte eines Arbeitserziehungslagers in Österreich auf breiter Quellenbasis dar. Er beschreibt die Entstehung des Lagerkomplexes Reichenau in Innsbruck, die Einweisungsgründe und die vielfältigen Funktionen des Lagers.
Im Mittelpunkt stehen die Menschen: ihr Lageralltag und ihre Lebensgeschichten – die der Überlebenden ebenso wie jene der Ermordeten. Die Studie dokumentiert mindestens 115 Todesopfer mit ihren grundlegenden biografischen Daten. Zugleich richtet der Autor den Blick auf die Täter, ihre Karrieren und die juristische Aufarbeitung nach 1945.
Wie ging die Tiroler Gesellschaft mit diesem Ort um? Das Buch zeichnet die Nachnutzung des Lagers bis in die späten 1960er Jahre nach. Es zeigt, wie sich sehr spät eine Erinnerungskultur entwickelte, die im neuen „Gedenk-, Lern- und Informationsort Reichenau“ ihren sichtbaren Ausdruck findet.



